Selten hat ein Koch so viele Restaurants bekocht, wie Alexander Mayer. Ich kenne ihn schon seit 20 Jahren, als Restaurantkritikerin einer Tageszeitung mit Aktualitätsanspruch war es gar nicht so leicht, ihm immer auf den Fersen zu bleiben. Heute lässt der Steirer es etwas ruhiger angehen, der tägliche Restaurantalltag ruht, statt dessen kann man ihn als Private chef mieten. Ich muss gottlob nichts bezahlen, ein Blick in seine Töpfe ist sowieso unbezahlbar. Wir kochen gleich drei Gerichte, für die Ambitionierten. Alle anderen können entweder bei pochierter Forelle oder Steirische Stosuppe oder Erdäpfelsterz mit Grammeln bleiben. Alles zusammen ist natürlich eine Klasse für sich.

Für alle, die sich heuer als Fastenopfer Fleischverzicht auferlegt haben, gibt es eine gute Nachricht. Sie heißt Khao Soi Suppe – eine intensiv-würzige Curry-Kokossuppe mit einer ordentlichen Ladung knackfrischem Gemüse, die ursprünglich aus Burma stammt, heute aber auch in Thailand stark verbreitet ist und mit Fleisch und frittierten Nudeln serviert wird. Was dem Münchner die Weißwurst, ist dem Thai die Khao Soi Suppe – sie wird meistens zum Frühstück und maximal bis Mittag gegessen, danach findet man sie kaum mehr.

Als mir Adi Bittermann sagte, er würde im Kochsalon gerne eine Fette Sau mit Schokolade kochen, dachte ich, ich hätte mich verhört. Aber nachdem der Wirt und Koch aus Göttlesbrunn (Zur Alten Schule) ein alter Hase im Geschäft ist, vertraute ich ihm und ließ die fette Sau auf mich zukommen. Zum Glück, denn selten habe ich so eine saftige Sau mit so spannenden Aromenkombinationen bekommen. Klingt eigenartig, schmeckt sensationell.

Kekse backen habe ich immer ganz gerne meiner Mutter überlassen. Erstens ist sie eine Meisterin ihres Fachs und nur schwer zu übertreffen. Zweitens reißt mir beim kleinteiligen Klecksen und Formen der Geduldsfaden schneller, als dass der erste Nikolo ausgestochen ist. Aber wenn man Kinder hat, kommt man am Keksebacken nicht vorbei. Für meine Kinder ist es viel mehr, als für Nasch-Nachschub zu sorgen – es ist Gemütlichkeit, Tradition und Zeit miteinander verbringen. Wie kann man da Nein sagen?

Ich brauchte Tage, damit ich das überhaupt aussprechen kann – Baeckeoffe kann mit Bäckerofen übersetzt werden, dorthin schob man nämlich schon am Abend Rind-, Lamm- und Schweinefleisch samt Schweinefüßchen, die zuvor mindestens 12 Stunden in trockenem Weißwein vor sich hin marinierten. Ich habe mir das Ganze von jemandem erklären lassen, der es wissen muss: Alain Weissgerber, Drei-Haubenkoch mit elsässischen Wurzeln, ist mit Baeckeoffe aufgewachsen und führt uns Schritt für Schritt zu der Überzeugung, dass sie der Aufwand lohnt. Vielen ist es heute zu viel Arbeit, daher wir Baeckeoffe nur mehr selten gekocht. Ich finde, der Topf gehört unter Denkmalschutz.

Ein Koch kam in die Küche und stahl der Hausfrau ein Ei. Oder besser gesagt zwei und es war eine Köchin. Kim Sohyi, energiegeladene Haubenköchin mit koreanischen Wurzeln, macht meinen Kochsalon unsicher. Und so nebenbei ein sensationell einfaches Gemüseomelett mit Mehrwert.