Wenn mein Mann je zu einem Kniefall bereit wäre, dann am ehesten vor Rindsrouladen. Dieses würzig gefüllte, weich geschmorte Rindfleisch mit betörend dichtem Saftl, was soll man dazu noch mehr sagen, als hoch sollen sie leben. Nachdem ich einige Termine hatte und die Rouladen nicht so alleine dem Herd überlassen wollte, habe ich sie diesmal im Dampfaufsatz des Thermomix gemacht. Und siehe da: was für eine schöne Überraschung, als ich von meinen Besprechungen nach Hause kam und diese kräftige Mischung aus Fleisch, Speck, Rotwein und Kräutern mit einem tiefen Atemzug den Kopf frei machte für eines, und sonst nichts: Hochgenuss. Hier geht es zum Rezept: www.martinahohenlohe.com/2018/05/rindsrouladen https://thermomix.vorwerk.at

Das war die Gault&Millau Landpartie 2017 am Bio-Weingut Geyerhof.

Sie ist die Grand dame der österreichischen Haubenküche – Lisl Wagner-Bacher, über Jahrzehnte legendäre Wirtin des Landhaus Bacher in der Wachau. Ein schönes Beispiel für eine Laufbahn aus dem Bilderbuch, wenn man bedenkt, was sie aus der elterlichen Backhendlstube gemacht hat. Aber nicht nur dafür, sondern auch, wie man am Boden bleibt, selbst wenn die Karriere zu Höhenflügen ansetzt. Bodenständig ist auch Lisl Wagner-Bachers Gericht, das sie uns heute im Kochsalon zeigt: Zander mit knusprig frittierten Erdäpfelblattl’n und Kraut.

Ich bin ja nicht die bekennende Zuckerliebhaberin, ungleich einer mir eher nahestehenden Person im engeren Familienkreis mit den Initialen KH kann man mir eine turmhohe Schwarzwälderkirschtorte vor die Nase setzen und ich bestelle mir statt dessen eine zweite Runde vom Käsewagen. Aber es gibt eine Ausnahme: Geht es um Zitronentarte kenne ich keinen Genierer, benutze weibliche List und auch manchmal meine Ellbogen, um ein Maximum davon abzubekommen. Wie passend, dass ausgerechnet unsere Patissiere des Jahres in den Kochsalon kam, um mir die besten Zitronentarteletts der Welt beizubringen.

Bei süßen Hauptspeisen habe ich als Kind immer die Krise bekommen – zu süß, nicht befriedigend, kein echtes Essen, bald wieder Hunger... Meine Mutter ignorierte die schlagkräftigen Argumente und kochte freitags trotzdem meistens Paradebeispiele österreichischer Mehlspeisküche. Und weil man sich selbst immer wieder als Wiederholungstäter ungeliebter Gewohnheiten aus der Kindheit ertappt – paradox, aber so ist es – tue ich es ihr gleich. Am liebsten mit flaumigen Topfenknödeln und einer fruchtigen Sauce, diesmal roter Grütze. Perfekt vorzubereiten und mit Gelinggarantie. Hier geht's zum Rezept: https://www.martinahohenlohe.com/2018/04/topfenknoedeln-aus-dem-kenwood-cooking-chef/ http://www.kenwoodworld.com/de-at https://www.raiffeisenbank.at/

Er: "Ich mag keine Sardinen, kannst du's nicht mit Thunfisch machen?" Sie (also ich): "Nein, ich will einmal einen anderen Fisch verwenden. Thunfisch ist mir dafür außerdem zu mild." Er: "Das ist ja das Schöne daran. Schmeckt nicht nach Fisch." Sie: "Du verstehst mich nicht. Und meine Küche auch nicht." Er: "Ich mache mir ein Brot." Sie (ein bisschen beleidigt): "Wie du meinst." Als der Duft noch warmem Olivenöl, gebratenem Knoblauch und scharfen Chilis an der sensiblen Nase vorbei zog, kam er plötzlich drauf, dass kein glutenfreies Brot mehr zu Hause war. Was eine glatte Lüge war. Nach zwei Portionen dieser Pasta tauchte sie zufällig doch auf, ganz hinten im Kastl. Ha! Hier geht's zum Rezept auf meinem Blog: https://www.martinahohenlohe.com/2018/05/spaghetti-mit-sardinen/

Ein Deutscher mit spanischen Wurzeln in Österreich – was kommt dabei heraus? Ein Ausnahmekoch namens Juan Amador. Vor einigen Jahren kam er der Liebe wegen nach Wien, kocht nun in seinem Restaurant im 19. Wiener Bezirk und heute bei mir im Kochsalon. Eine kalte Gurkensuppe mit gebratenen Carabinieros. Ein einfaches Gericht, mit wenigen Handgriffen zu einem Highlight des Sommers gemacht. Gewusst wie. Amador's Wirtshaus, Grinzigerstraße 86, 1190 Wien www.restaurant-amador.com