Hendl in Surlemoni

(aus: Kochbüchl, worinnen verschiedene Speisen befindlich sind, mir Elisabeth Heyschoberin angehörig, anno 1779)

Ich sammle schon seit Jahren historische Kochbücher, es fasziniert mich, wie man sich vor hundert Jahren ernährt hat, was man für gut und wertvoll befand und welche Techniken zum Erfolg führten. Oder auch nicht. Wie dem auch sei, mein Mann moderiert eine Sendung auf ORFIII, „Was schätzen Sie?“, die sich mit privaten Schätzen und deren Wert auseinandersetzt. Ein Paar vom Attersee brachte ihm ein Kochbuch aus dem Jahr 1779, er brachte es zu mir und wir probierten spontan ein Rezept aus. Hendl mit Zitronensaft. Das ist das Ergebnis.
P. S.: Ich habe mich mit der Kurrentschrift abgekämpft, die Sprache des Rezepts habe ich belassen. Aber das schafft Ihr.


(Zutaten für 4 Portionen)

1 Huhn (in Stücke geteilt)
900 ml Rindsuppe
2 EL Semmelbrösel
3 Limoni (Bio-Zitronen)
Pfeffer
Muskäblin (Muskatnuss? Muskatblüte?)
2 EL Butter

Nimm ein sauber gebutztes Hendl, schneid es in vier oder fünf Theil, leg es in eine Rein, gieß Rindsuppen daran und brenn es mit Semmelbrösel ein, lass sieden, gewürze es mit Pfeffer, Muskäblin. Drücke ein wenig frische Limonisaft daran und etliche Schedl (Schale) der Limoni. Wenn du schon anrichten willst, so lege Butter daran, wannst keinen Limonisaft, spritz ein wenig mit Essig und gib es auf den Tisch. So ist es recht und gut.

Tipp: Ich habe das Huhn 30 Minuten zugedeckt im Saft geschmort, dann war es durch und weich. Die Garzeit kann je nach Größe der Hühnerteile etwas variieren.

 

Ich freue mich über Wünsche, Beschwerden (na ja) und Anregungen.

Bitte an: martina.hohenlohe@hohenlohe.at

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